In froher Gemeinschaft einen
herrlichen Tag erlebt
Der alljährlich zur Tradition gewordene Tagesausflug für
Seniorinnen und Senioren der Kirchgemeinde Tänikon, organisiert
und betreut durch den Vorstand der Frauengemeinschaft,
wurde am 7. September 2004 zu einem besonderen Erlebnis.
Ein wunderschöner, bilderbuchhafter Spätsommermorgen
verhiess einen goldigen Tag, und er wurde
es auch im wahrsten Sinne des Wortes. Es lag in der Luft, dass
dieser verheissungsvolle Morgen quasi zum Jungbrunnen für
diese "ältere
Garde" wurde, denn beschwingt und mit jugendlichem Elan
wurde der Heini-Car bestiegen und bis
zum letzten Platz gefüllt.
Man ist aufgebrochen, um bei soviel Sonnenenergie
Neues zu erleben und Gemeinschaft zu
pflegen. |
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Chauffeur Sepp bemühte
sich um eine bequeme und sichere Fahrt durchs schöne Rheintal
- mit Kaffeehalt an der Autobahnraststätte Werdenberg -
hinauf ins Bündnerland zu unserem Ziel Falera. "In
zun cordial beinvegni..." - "Herzlich willkommen".
Die romanische Sprache ist hier noch " Alltag". Hier,
inmitten der Bergwelt des Bündner Oberlandes, der Surselva,
liegt Falera auf 1218 M.ü.M. Hat der liebe Gott da nicht
einen besonders malerischen Flecken Erde geschaffen?!
Rundum
ein einmaliges Berg-Panorama in dieser reizvollen Region. |
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Ein Spaziergang durch den idyllischen
Ort vorbei an Dutzenden von leuchtenden Geranien und Betunien
geschmückten Häusern bot ein friedliches Bild, wobei
aber auch eine intakte Infrastruktur mit dem modernen Kultur-,
Gemeinde- und Touristenzentrum ein harmonisches Ganzes bildet.
Der Appetit steigerte sich und es war Zeit, sich zu stärken.
Das wunderschön blumenbe-hangene Hotel La Siala grüsste
von weitem und sorgfältig gedeckte Tische luden zu einem
feinschmeckenden und reichlichen Mittagessen
ein. |
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Was man nachher von Herrn Gion Balzer Casanova über die prähistorische
Kultstätte der Muota, einem Hügel östlich der
Remigiuskirche erfahren hat, war äusserst interessant und
eindrucksvoll.
Falera ist seit über 3000 Jahren bewohnt und zu jener Zeit
war Falera eine sehr bedeutende Sonnenkultstätte. Die Megalithenanlage
(Megalith = Grosser Stein, mega = gross, lithos = Stein) welche
in der Bronzezeit entstanden und eine der grössten dieser
Art in der Schweiz ist, ist heute noch Beweis dafür. |
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Zu Beginn der vierziger Jahre fanden Ausgrabungen
statt. Neben vielen Mahlsteinen und Tonscherben
fanden die Forscher auch fünf Bronzesicheln. Der bemerkenswerteste Fund aber
war eine prächtige Bronzenadel von 83 cm Länge und mit
einem flachgetriebenen ovalen Scheibenkopf von 15,5 cm Breite.
Zu welchem Zweck diese Nadel verwendet wurde, darüber
kann man nur spekulieren. Dieser wertvolle Fund befindet sich
heute im historischen Museum in Chur. |
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Die wichtigste Steinreihe besteht aus sechs zwischen ein bis drei
Meter hohen, säulenartigen Steinen in gleichmässigen
Abständen. Wird diese Linie nach Westen verlängert,
so trifft sie auf die Kirche von Ladir und Ruschein, wo ebenfalls
vorgeschichtliche Kultstätten bestanden. Nach Osten führt
die Linie zum Horizont zu jenem Punkt am Calanda, wo die Sonne
am 21. Mai und am 21. Juli, also 30 Tage vor und nach der Sommersonnenwende
aufgeht. |
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| Der Sonnenstein, südwestlich der Remigiuskirche,
hat eine kreisförmige Rinne von 1.2m. Der Verrucano-Block
hat ein zentrales Zirkelloch, eine kleine Schale und ist präzise
Nord-Süd geortet. Verschiedene Merkmale deuten darauf hin,
dass diese Platte als Kalenderstein diente (Tagundnachtgleichen
21.März/21.September). Das Schattenband fällt zur Zeit
der Wintersonnenwende (21./23. 12) in die kleine Schale, jedoch
nicht zur Zeit des höchsten Sonnenstandes, sondern ca. 2
Stunden früher und koinzidiert mit den Werten der ringförmigen
Sonnenfinsternis des Jahres 1089 n.Ch. |
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Im sehr instruktiven Prospekt konnte
man die vielen Fakten noch einmal nachlesen.
Neben
der Megalithenanlage steht das Wahrzeichen
des Dorfes, die 500 Jahre alte Kirche
St. Remigius auf einer prachtvollen Aussichtsterrasse der
Muota.
Die Kirche gilt als eine der schönsten
und interessantesten kulturhistorischen Bauten im Vorderrheintal.
Eine imposante Mauer umschliesst das ganze
Kirchenareal und bildet zugleich die Umfriedung des Friedhofs.
Die stilvoll gefertigten Kreuze, die die Gräber zieren, sind Zeugnisse
der dortigen Schmiedekunst. Auch das Innere der Kirche zeugt
von künstlerischem Können und ladet zum Verweilen
ein. |
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Leider mahnte der Uhrzeiger bereits zur abgemachten
Zeit und so beschleunigten wir unsere Schritte durch eine
prächtige Allee aus Linden- und Ahornbäumen hinab
ins Dorf.
Kurz nach 4 Uhr setzte sich der Bus wieder in Fahrt zur Rückreise
mit Abstecher zum bekannten Heididorf.
Von Maienfeld ging's über das Schloss Salenegg hinauf durch
die Reben der Bündner Herrschaft, dessen Früchte
von der warmen Sonne schon reichlich verwöhnt werden. |
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Wegen eines Staus in Trin kamen wir mit
Verspätung am
Heidihof an, und es reichte deshalb gerade noch für Kuchen
und Kaffee. Um noch vor Anbruch der Dunkelheit nach Tänikon
zu gelangen, musste leider aus zeitlichen Gründen auf
den Weg zum Heidi-Dörfli verzichtet werden.
Nach einem wunderbaren Streifzug durch bunten
Naturreichtum und durch einen vertiefteren Einblick
in die über 3000
Jahre alte Geschichte von Falera ging
ein erlebnisreicher Ausflugstag, begleitet von einem einzigartigen
Sonnenuntergang zu Ende. |
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Es bleibt nur noch, den Reiseverantwortlichen,
d.h. den Vorstandsfrauen der FGT, für die sorgfältig und bis ins Detailorganisierte
Reise, herzlichst zu danken. Auch die vielen Hilfeleistungen
und Rücksichtnahme bei den zum Teil nicht mehr so "schnellen" Teilnehmerinnen
waren beispielhaft! |
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