111 Männerchor Guntershausen
     

Am Wochenende 27.-28 August feierte der Männerchor Guntershausen ein bemerkenswertes Jubiläum. Vor genau 111 Jahren, nämlich im Jahr 1899, wurde der Chor gegründet. Damals wie heute mit dem Ziel, den Gesang und die Kameradschaft zu pflegen. Ein solch ehrwürdiges Alter war daher Grund genug, unter Einbezug aller Vereine ein Dorffest zu organisieren und durchzuführen.

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Kassier  

Bemerkenswerter Bauernhofzirkus
Gestartet wurde das Dorffest bereits am Freitagabend mit der Eröffnung von Kaffeestube und «Fäschtbeizli». Für die Jugendlichen wurde im Festzelt eine Disco eingerichtet, die bis tief in die Nacht hinein rege genutzt wurde. Am Samstag – dem eigentlichen Festtag – erlebte das schon lange zuvor organisierte Dorffest seinen Höhepunkt. Leider wollte das Wetter nicht so recht, immer wieder prasselten kurze Schauer nieder, was die Leute in die Zelte flüchten liess. Sei’s drum; die Festbesucher liessen sich ihre gute Laune deswegen nicht verderben.

     
Dann, am Nachmittag, startete eine erste bemerkenswerte Darbietung: Der Bauernhofzirkus auf der Wiese neben Festzelt vermochte eine grosse Zuschauermenge anzulocken. So stand dort unter anderem ein veritabler Bulle in stoischer Ruhe unbeweglich da. Er liess es sich gefallen, dass junge Künstlerinnen auf seinem Rücken turnerische Darbietungen darboten. Den Zuschauern gefiel’s – sie spendeten grossen Applaus.
     
Reitermusik Elgg
Einen besonderen optischen und akustischen Leckerbissen bot pünktlich um 17 Uhr der Einzug der Reitermusik Elgg. Blitzende, silberfarbene Instrumente, historische Uniformen, herausgeputzte Pferde mit Schachbrettern auf den Kruppen, streng ausgerichtet in Viererkolonne hinter dem Mann mit den Kesselpauken, dem Fähnrich und den Fahnenwachen, dass liess manches Zuschauerherz auf der Tuttwilerstrasse höher schlagen. Das Spiel dieses berittenen Musikkorps, seine musikalischen Darbietungen hoch zu Ross zogen Jung und Alt unweigerlich in den Bann und vermochten zu begeisterten.

  Diskussion
     
Jugendchor Tänikon
Am Abend erlebten die Zuschauer im Festzelt gleich zwei weitere grandiose Gesangsspektakel.
Was Kinder und Jugendliche zu leisten vermögen, wenn ein engagierter Chorleiter ihre Talente zu wecken und zu fördern vermag, zeigte der Jugendchor Tänikon auf der Bühne im Festzelt. Unter der Leitung von Magnus Bürge sangen die jungen Leute durchaus bekannte und beliebte Kinderlieder.

Der Rhythmus und die Gestik waren so gut aufeinander abgestimmt und einstudiert, dass das Publikum voll mitging und im selben Takt mitklatschte. Man konnte es sehen und spüren – diese jungen Buben und Mädchen verausgabten sich aus vollen Kehlen. Die Darbietung führte denn auch zu wahren Begeisterungsstürmen – dies nicht nur bei den im Publikum sitzenden Müttern und Vätern. Der mehr als verdiente Applaus war lang anhaltend und es war daher auch nicht verwunderlich, dass immer wieder «Zugabe» geklatscht wurde. Man wünscht es diesen jungen Künstlern mit ihrem engagierten Dirigenten, dass sie diese Einstudierung auch anderswo zu Gehör bringen dürfen.
     
 
     
  Abschluss mit dem Jubilar
Zum Abschluss und zur Krönung des Tages war dann um 20 Uhr der Jubilar selbst an der Reihe. Wer bisher einen Stumpenrauchenden Männergesangsverein mit Uhrenkettchen vor dem geistigen Auge hatte, sah sich getäuscht. Weisse Hemden, rote Krawatten und rote Hosenträger. Mit diesem markanten Outfit trat ein modern gestylter Männerchor Guntershausen auf die Bühne. Moderator Matthias Schick machte denn auch gleich klar, in welche Richtung die Gesangsdarbietungen gehen würden und warnte davor, dass es jetzt «etwas stachelig» werde.
     
Und tatsächlich: Unter der Leitung ihres langjährigen Dirigenten Magnus Bürge und begleitet vom jugendlichen Tangotrio begannen die Sänger gleich mit dem legendären Klassiker «Mein kleiner grüner Kaktus steht draussen am Balkon, hollari, hollari, hollaro» der Comedian Harmonists aus den Dreissigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Gesangstechnisch zweifellos eine anspruchsvolle Leistung.
Wen wunderte es, dass auch hier das Publikum sofort begeisterten Beifall spendete. Und weiter ging’s auf gleichem Terrain mit dem durch Hazy Osterwald einst bekannt gewordenem «Kriminaltango».
  Tangotrio
     
Tango  

Ein weiterer Genuss war das Medley von Udo Jürgens mit den bekannten Liedern
„Mit 66 Jahren da fängt das Leben an“, dem „Ein ehrenwertes Haus“ und als Dessert wurde dann
„Aber bitte mit Sahne“ serviert. Der frenetische Applaus wurde mit der Zugabe „Bajazzo“ vom Männerchor verdankt.
Vielleicht hat an diesem Abend der eine oder andere junge Mann Lust verspürt, auch mal so singen zu können. Der Männerchor Guntershausen wird entsprechende Interessenten noch so gerne in seine Reihen aufnehmen.

(Text und Bilder: Elgger Zeitung)

 

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