Elektra Guntershausen auf Jubiläumsreise
Die vor 100 Jahren gegründete Elektra Guntershausen lud ihre Genossenschafterinnen und Genossenschafter zu einem abwechslungsreichen Tagesausflug ins Berner Oberländer Haslital und einem Abstecher nach Flüeli-Ranft ob Sachseln ein.
Nach der Jubiläums-Generalversammlung und der Herausgabe einer Chronik schloss die seit 1908 bestehende Elektra Genossenschaft Guntershausen ihr Jubiläum mit einer gelungenen Bilderbuchreise ins Grimselgebiet und einem anschliessenden Aufenthalt in der Heimat von Bruder Klaus ab.
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Die Carfahrt führte bei sommerlichem Wetter mit guter Fernsicht über Zürich und Luzern nach einem Kurzaufenthalt am Sarnersee pünktlich zum Mittagessen im Grimselhotel „Handeck“ im Haslital. Erwartungsvoll ging es anschliessend auf die nahe Gerstenegg vor dem Grimselpass. Bei der Talstation der Gelmerbahn gelegen ist die Brücke die ideale Verbindung zum Hotel Handeck. 70 Meter über der Schlucht des Handeckfalls ermöglicht die neue Hängeseilbrücke einen spektakulären Blick auf den Wasserfall. |
Die nur im Sommer zugänglichen Kraftwerkanlagen sind ein beliebtes Ausflugsziel, und auch am längsten Tag dieses Jahres gaben sich die Besuchergruppen die Klinke in die Hand.
Kraftwerke Haslital AG
An diesem Wasserkraftunternehmen sind zur Hälfte die Bernischen Kraftwerke und zu kleineren Teilen der Kanton Basel-Stadt sowie die Städte Bern und Zürich beteiligt. Die Aktiengesellschaft verfügt über neun Kraftwerke und acht Speicherseen im Grimselgebiet. Aber auch 150 km Stollen, Strassen und Seilbahnen wie auch Hotels im Haslital gehören zum Unternehmen. Die Kraftwerke produzieren 7 % des Schweizer Wasserstroms. Diese Energie reicht für eine Million Menschen.
Ideal für die Stromproduktion
Die imposante Bergwelt auf der Berner Seite von Grimsel und Susten bietet ideale Voraussetzungen für die Stromproduktion aus Wasserkraft: Reichliche Niederschläge, geeignete Geländekammern für Seen, grosse Gefälle über kurze Distanzen und harten Fels als idealen Baugrund. Die Grimsel gilt daher als bester Wasserkraftstandort in der Schweiz. Tief im Berginnern erfuhr man vor Ort, welche Investitionen, Anlagen und Einrichtungen nötig sind, bis der Strom erzeugt und beim Konsumenten ist.
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Die Stauseen liegen auf verschiedenen Höhen, und mit dem gleichen Wasser wird mehrmals Strom erzeugt, oder in der Fachsprache: Das Wasser wird so oft als möglich „turbiniert“. Mit vorübergehend nicht benötigtem Strom wird laufend Wasser auf höher gelegene Stauseen gefördert.
Um bei vielen Niederschlägen möglichst viel Wasser rückbehalten zu können, wollen die Kraftwerke Oberhasli die Grimsel-Staumauer um 23 m erhöhen. Dies bedingt die teilweise Verlegung der Grimselpassstrasse und den Bau einer spektakulären Schrägseilbrücke über den erhöhten Seespiegel.
In den riesigen Felskavernen und kilometerlangen Stollen gibt es nebst Turbinen und Leitungen auch Überraschendes: So hält die heilige Barbara ihre schützende Hand über die Menschen im kühlen Berginnern, und eine riesige, beim Stollenbau zufällig entdeckte unterirdische Kristallkluft zeigt eine Fülle von Mineralien in Farben, Formen und Grössen, so wie sie im Laufe der Jahrtausende entstanden.
In der Heimat von Bruder Klaus
Tief beeindruckt von diesem Einblick in die komplexen Aspekte rund um die Produktion von Wasserstrom verliessen die 60 Genossenschafterinnen und Genossenschafter das Haslital, und wiederum über den Brünigpass führte die Rückreise vorerst zum Wallfahrtsort Flüeli-Ranft ob Sachseln. Die freie Stunde am späten Nachmittag benutzen die meisten für einen kurzen Besuch des Ranfts, wo die Pilgerkapelle und die Klause des Schweizer Nationalheiligen Niklaus von Flüe (1417-1487) stehen.
Hier lebte Bruder Klaus in seinen letzten Lebensjahren als Einsiedler, und hieher kommen tagtäglich Menschen, um Kraft für den Alltag zu schöpfen, Energie zu tanken oder modern ausgedrückt die Batterien aufzuladen. Zum Abschluss der Tagfahrt genoss die Reisegesellschaft ein vorzügliches Nachtessen im markanten Jugendstilhotel Paxmontana.
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Dieser Name, auf Deutsch Bergfrieden, passt trefflich zu diesem viel besuchten Kraft- und Pilgerort in der Nähe des geografischen Mittelpunkts der Schweiz. Nach einer zügigen Heimfahrt kamen die rundum zufriedenen Genossenschafterinnen und Genossenschafter genau nach Tagesprogramm nach Guntershausen zurück.
Dem Elektra-Vorstand mit Präsident Samuel Steiner und den weiteren Mitwirkenden gebührt der verbindliche Dank für die umsichtige Vorbereitung und Durchführung dieser sehr grosszügigen und eindrucksvollen Jubiläumsreise.
Text : Louis Hürlimann
Fotos: Samuel Steiner
Fotoalbum Grimselwerke
Fotoalbum Flüeli Ranft
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