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Das Primarschulhaus Guntershausen
Am 21. Juli 1906 entschied der Regierungsrat,
dass Tänikon,
bis anhin zu Ettenhausen gehörend, ab dem Schuljahr 1907
der Schulgemeinde Guntershausen zugeteilt werde und somit fortan
die Ortsgemeinde als auch die Schulgemeindegrenze bilde. Guntershausen
wurde verpflichtet, "ohne Verzug" ein neues Schulhaus
zu erstellen, das von Tänikon nicht weiter entfernt als
das jetzige sein dürfe. Guntershausen habe für die
nächsten zehn Jahre an Ettenhausen jährlich von der
aus Tänikon bezahlten Schulsteuer die Hälfte abzutreten.

Schulhausneubau
In den Jahren 1908-1909 erbauten Albert Brenner
und sein Büropartner
Walter Stutz das Schulhaus Guntershausen. Es wirkt noch heute,
trotz des beträchtlichen Volumens als harmonisch in die
Landschaft gesetzter Bau. Charakteristisch sind die Sorgfalt
bei der Material- und Farbwahl wie auch das wirtschaftliche Bauen,
indem sowohl das Untergeschoss – begünstigt durch das damals
noch abfallende Baugelände – als auch das Dachgeschoss für
Unterrichts- und Nebenräume genutzt wurde. Trotz der für
die Belichtung der Räume notwendigen bewegten Dachform wirkt
der Bau harmonisch in die Landschaft gesetzt. Die in den Fassaden
ausgezeichneten, sanft voneinander abgesetzten Volumen des Baukörpers
waren als Entsprechung zum natürlichen Hang gesetzt, und
ergeben insgesamt ein architektonisches Spiel zwischen Symmetrie
und Asymmetrie. So unterscheidet sich das Schulhaus Guntershausen
vor allem durch die auf die ursprüngliche Topographie Rücksicht
nehmende formale Zeichnung von ähnlichen in jener Zeit entstandenen
Bauten von Brenner und Stutz.
Das stattliche, aber nicht massige Gebäude wurde kurz nach
der Fertigstellung in einem Buch zum Schulhausbau in der Schweiz
als ausgezeichnetes Beispiel schöner, ländlicher Schweizer
Architektur vorgestellt – es sei "solide, gesund und farbig".
Erweiterungsbauten
1957 Bedingt durch die steigende Schülerzahl wurde rechts
vom Schulhaus ein Erweiterungsbau errichtet. Er enthielt zwei
Schulzimmer, eine Schulküche und Räume für Holz-
und Metallbearbeitung.
1986-1987 erfolgte eine umfassende Innenrenovation des Schulhauses.
1997 Durch die weiter gestiegene Schülerzahl musste der alte
Erweiterungsbau durch einen Neubau mit vier Schulzimmern, einem
Gruppenraum, dem Lehrerzimmer, einer Bibliothek und zwei Räumen
für das textile- und nichttextile Werken ersetzt werden.
Beim alten Schulhaus wurden anschliessend die Fassade und das
Dach renoviert.
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