Schule Guntershausen wird eine geleitete Schule

Vor einem Jahr lud die Schulbehörde Guntershausen alle Lehrkräfte des Kindergartens und der Primarschule zu einer Kickoff-Veranstaltung zum Thema „Geleitete Schule“ ein. Jürg Brühlmann, Leiter des kantonalen Projekts, informierte die Anwesenden über die Anforderungen und Erfahrungen geleiteter Schulen.

Zwei Wochen später trafen sich Behörde und Lehrkräfte erneut, um Argumente für und wider eine geleitete Schule abzuwägen und um sich Gedanken über die Zukunft der Schule Guntershausen zu machen. In der abschliessenden Abstimmung entschied sich die Mehrheit dafür, ins Vorprojekt einer geleiteten Schule einzusteigen.

Eine Projektgruppe bestehend aus je zwei Lehrkräften und Behördemitgliedern nahm es unter der Leitung von Sonja Mathis und dem fachlichen Beistand von Dr. Felix Helg von der kantonalen Schulberatung an die Hand, im Laufe eines Jahres die Schule Guntershausen auf eine Zukunft als geleitete Schule vorzubereiten. In mehreren Sitzungen wurden die Schritte dahin aufgegleist, Bedingungen und Ziele festgelegt und die Teamtage organisiert.

In zwei halbtägigen Workshops im März und im Mai wurde an Fallbeispielen erarbeitet, welche Vorteile eine Schulleitung allen Beteiligten bringen kann und was der Leistungsauftrag einer Schulleitung ist. Erstmals wurde auch am Begriff „Schulqualität“ gearbeitet, welcher Hand in Hand mit der Einführung einer geleiteten Schule gehen muss.

In einem intensiven, aber sehr aufschlussreichen eineinhalbtägigen Workshop Anfang September im Toggenburg erarbeiten Behörde, Lehrkräfte und Hauswarte einen Qualitätsentwicklungsplan für die Schule Guntershausen über die kommenden drei Jahre. Aus der Mitarbeit der Beteiligten war förmlich zu spüren, dass alle am liebsten sofort mit ihren Projekten beginnen würden. So war also fruchtbarer Boden vorbereitet, in dem eine geleitete Schule bestens gedeihen sollte.

Im Weiteren erarbeiteten Lehrerteam und Behörde ein Funktionendiagramm für die Organisation einer geleiteten Schule und bereiteten die Auswahl der Schulleitung vor.

Die Stelle der Schulleitung wurde intern ausgeschrieben. Sie umfasst ein Pensum von elf Lektionen pro Woche. Als einziger stellte sich Martin Köstli zur Wahl, der bereits seit einem Jahr in der Ausbildung zum Schulleiter steht. Nach den Herbstferien wurde er dann auch vom Lehrerteam, der Behörde und weiteren Mitarbeitenden einstimmig zum ersten Schulleiter der Schule Guntershausen gewählt.

All diese Vorbereitungen sowie weitere Dokumente konnten nun in einem vom Kanton verlangten und von Sonja Mathis hervorragend ausgearbeiteten Dossier nach Frauenfeld zur Genehmigung abgeliefert werden. In zwei Gesprächsrunden mit der Projektleitung sowie mit Lehrpersonen schaute der Schulinspektor tief in die Strukturen der Schule Guntershausen und prüfte ihre Bereitschaft geleitete Schule zu werden. Mit seinem Urteil und dem eingereichten Dossier war der kantonale Projektleiter überzeugt, dass Guntershausen bereit ist, ins kantonale Projekt der geleiteten Schulen einzusteigen. Ende Oktober gab er dazu grünes Licht.

Ziel einer geleiteten Schule ist die Übernahme von mehr Selbstverantwortung im Lehrerteam für die Weiterentwicklung der Unterrichts- und Lernqualität der Schule. Der Schulleiter übernimmt die operative Führung der Schule, entlastet somit die Behörde wesentlich und ist als Ansprechpartner für die Lehrkräfte, die Schüler und Eltern direkt am Ort.

Die Schule Guntershausen bereitet sich nun auf dieses neue Amt vor. Im Schulhaus wird ein Schulleitungsbüro eingerichtet und für die elf Lektionen eine Entlastung des Schulleiters gesucht.

So sollte dann auch nichts im Wege stehen, wenn Guntershausen am 1. Februar 2005 eine neue Aera als geleitete Schule beginnt

 

 

   

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