Primarschule Guntershausen - Die wohl beste Tierparade der Welt

Artikel aus der Regionalzeitung vom Montag, 02. Juli 2007

Einen ganz besonderen Schulabschluss wollten die Kindergärtler und Primarschüler aus Guntershausen dieses Jahr feiern. Mit dem Musical «Als die Tiere die Schimpfwörter leid waren» gelang ihnen eine grossartige Bühnenshow

alle Schüler

 

Guntershausen – Eigentlich schade, war das Schweizer Fernsehen nicht anwesend. Denn am Guntershauser Schulschluss hätten sie sicher einige neue Jungschauspieler entdecken können. Zumindest für eine Nachfolge-Soap von Lüthi und Blanc wäre das Potenzial der Schüler genügend.

Schnell war die Turnhalle am Freitagabend gefüllt. Mit den über 200 anwesenden Eltern, Verwandten und Gästen stieg dementsprechend auch die Temperatur in der Halle kontinuierlich in die Höhe. Mit einem satten Rap startete die Vorführung pünktlich. Die Gäste wurden entführt, auf eine Reise ins Land der tierischen Schimpfwörter. So hörte man einige Schimpftiraden, wie etwa die «dumme Kuh», über das sich die Kinder auch noch lustig machten. Natürlich passte dies den Tieren ganz und gar nicht. Deshalb beschlossen sie, mit Hilfe eines Zaubers, die Kinder verstummen zu lassen. Es verging jedoch nur kurze Zeit, bis die Tiere merkten, dass es so ganz ohne Kinder auch sehr langweilig ist. «Niemand, der mehr spielt mit uns, keine Kinder, die uns streicheln und knuddeln», so die traurige Einsicht der Tiere. Doch angesichts der vielen missbrauchten Tiernamen wollten sie es den Kindern nicht allzu leicht machen. Darum verlangten sie von ihnen einige Darbietungen, die die Tiere zum Lachen bringen sollten.

Nicht lange dauerte es, bis sich die Tiere vor Lachen krümmten; auch die Zuschauer in der Halle hatten die hellste Freude an den zum Teil doch hoch stehenden, aber immerzu lustig wirkenden Tanzeinlagen der Kinder.

   
   

Der Friedensvertrag
So kam es, wie es kommen musste. Man unterschrieb einen Friedensvertrag. Denn trotz allem, miteinander und nicht gegeneinander ist wohl die Vision der Zukunft. Ein Satz jedoch blieb sicherlich einigen Erwachsenen im Gedächtnis. «Sind die Erwachsenen nicht noch viel schlimmer?» So trat die Kuh hervor und sagte: «Alle meinen, ich gäbe ihnen meine Milch. Das ist allerdings nicht ganz korrekt, denn sie nehmen mir meine Milch.» Dies ist wohl nur ein kleines Beispiel von der Ausnutzung verschiedenster Lebewesen. Das Ziel ist erreicht, viele werden sich zumindest kurzfristig ein paar Gedanken darüber machen. «Es hat riesigen Spass gemacht, dieses Musical einzuüben, und vor allem probte ich viel lieber, als dass ich stur die Schulbank drückte», schmunzelte der 12-jährige Josua Schwager. Auch Urs und Karin Tschuor waren voll des Lobes für ihre drei Kinder. «Jedes Jahr lassen sich die Lehrer etwas Spezielles einfallen, um immer wieder aufs Neue zu überzeugen», lobte Karin Tschuor.

Stolzer Schulleiter
Mit einer kurzen, informativen Rede schloss Schulleiter Martin Köstli den offiziellen Teil der Feier. Sichtlich stolz las er die Namen der 6.-Klässler herunter, die im kommenden Schuljahr nicht mehr in Guntershausen unterrichtet werden. Auch von einem ziemlich wild schreienden Kleinkind liess sich Köstli nicht aus der Ruhe bringen und lud die Gäste in die familienfreundliche Festwirtschaft ein.

Mit einer kurzen, informativen Rede schloss Schulleiter Martin Köstli den offiziellen Teil der Feier. Sichtlich stolz las er die Namen der 6.-Klässler herunter, die im kommenden Schuljahr nicht mehr in Guntershausen unterrichtet werden. Auch von einem ziemlich wild schreienden Kleinkind liess sich Köstli nicht aus der Ruhe bringen und lud die Gäste in die familienfreundliche Festwirtschaft ein.

Dieser Einladung wurde natürlich Folge getragen, sodass die 450 Würste im Nu weg waren. Einheitlich ertönte auch die Meinung über das Musical. Von super bis sensationell war die Rede unter den Anwesenden. Man darf gespannt sein, mit was für einer Show die jungen Guntershauser im nächsten Jahr aufwarten werden.
Christoph Heer

 

 

   

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